Der Moment, in dem du merkst: Liebe alleine reicht nicht...

…du bist nicht alleine damit.

🏡 Die 5 größten Fehler, die man beim Einzug machen kann

 Oder: Wie man sich in fünf Schritten von der Leitung zum Bediensteten degradiert

Ein neuer Hund zieht ein – Hurra! Herzklopfen, Leckerli-Vorrat aufgefüllt, Instagram-Handle gesichert.

Hoppla: Du hast Lassie bestellt, bekommst aber Loki!?! Ich nenne das den klassischen „Disney-Effekt“.

Viele Menschen idealisieren die Anfangszeit mit einem Hund. Sie erwarten Harmonie, statt mit einem neugierigen, frechen, überforderten und möglicherweise ängstlichen Tier zu rechnen. Hunde brauchen aber Orientierung, keine Disney-Soundkulisse.

Zwischen romantischen Spaziergängen und Hundehaaren auf dem Teppich lauern gefährliche Fettnäpfchen. Hier sind die fünf größten Fehler, die du bitte nicht! machen solltest – mit einem Augenzwinkern, aber auch mit einem gewissen (Hunde)pädagogischen Ernst.

1. Hört sich brutal und herzlos an, aber – LASS‘ DICH NICHT VON MITLEID VERLEITEN❤️

Das lernen unsere Trainer-Auszubildenden direkt zu Beginn ihrer Ausbildung: Mitgefühl hilft – Mitleid hemmt🤓

Was dahinter steckt:

Die Anschaffung eines Hundes ist eine hochemotionale Angelegenheit. Ich weiß, wovon ich spreche😊. Wenn du ausschließlich aus Mitleid einen Hund zu dir/euch nimmst, obwohl dein Bauchgefühl dir schon deutlich sagt, dass es absolut nicht passt, DANN LASS‘ ES! Mitleid kann heißen „miteinander leiden“ – wer will das schon?!?

Besser so:

Wenn du dich in einen Hund verliebt hast, der nicht zu dir passt, bzw. du es nicht passend machen kannst (denn das ist oft auch möglich!), dann kannst du ihm helfen, die für ihn PERFEKTEN Menschen zu finden. Züchter haben in der Regel keine Probleme, ihre Welpen zu vermitteln und wenn du dein Herz für einen Hund aus einem Tierschutz verloren hast, dann kannst du dich dafür engagieren, dass er ein gutes Zuhause findet. Ob mit Spenden, Gassi gehen oder deine Community nutzen – mitfühlen heißt im besten Fall Engagement und Herz zeigen ❣️


2. Was du in der Schule nicht durftest und jetzt zur Pflicht wird: LERNE GEKONNT ZU „SPICKELN“ 😇

Das machen fast alle falsch! Wir „glotzen“ den neuen Hund (verständlicherweise) dauern an, um zu schauen, was er macht und wie es ihm geht. Falsch, falsch und nochmal falsch👀🙄

Was dahinter steckt:

Ein Hund, der sich beobachtet fühlt, ist in der Regel gestresst oder im anderen Fall fühlt er sich als Mittelpunkt des Geschehens und entsprechend wichtig

Besser so:

Versuche, deinen neuen Hund aus den Augenwinkeln zu be(o)achten. Das nimmt ihm den Druck und degradiert dich nicht zum „Controlletti“. Wer kontrolliert, ist nämlich nicht souverän.

3. Du möchtest keine Hundehölle, also SORGST DU VOM ERSTEN TAG AN FÜR STRUKTUR

„Ach, lass ihn ruhig überall hin, das ist ja alles neu für ihn …“
Zwei Wochen später: Du rufst deinen Hund zu dir und er schaut dich nur mit hochgezogener Augenbraue an. Du bittest ihn darum, etwas zu unterlassen und er fährt die Mittelkralle aus…

Was dahinter steckt:
Neue Hundebesitzer:innen sind oft überfürsorglich – aus Mitleid, Angst oder falsch verstandener Tierliebe. Das Resultat: Ein Hund, der keine Grenzen kennt und meint, er wäre der CEO des Haushalts.

Besser so:
Struktur gibt Sicherheit – besonders in der Eingewöhnungsphase. Klare Regeln helfen dem Hund, sich schneller einzuleben. Und nein, Konsequenz hat nichts mit Strenge zu tun – sondern mit Verantwortung.

Tipp: Fokussiere dich anfangs auf „Namenserkennung“, Do’s und Dont’s, also Auflöse- und Abbruchsignal.

4. Kommunikation à la Mensch: IN SÄTZEN SPRECHEN MUSST DU DIR „VERDIENEN“

Dein Hund hat keinen Abschluss in Germanistik.
Und nein, er weiß nicht, dass „Balu! Was soll das denn jetzt bitte schon wieder?“ eine Kritik sein soll.

Was dahinter steckt:
Wir reden zu viel – und zu menschlich. Hunde reagieren auf Körpersprache, klare Signale, Timing. Nicht auf Monologe mit pädagogischer Intention.

Besser so:
Kurz. Klar. Konsistent. Kommunikation mit Hunden ist wie ein Haiku – wenige Worte, viel Wirkung. Körpersprache, Tonlage und Timing sind wichtiger als jedes „Aber ich hab’s ihm doch erklärt!“

Tipp: Wenn du einen „Azubi“ hast, denke an die „4-Worte-Regel“: Name des Hundes (zum Aufmerksam machen) – Signal (was möchtest ich?) – Rückmeldung (Lob und evtl. Leckerli) – Auflösesignal (Freigabe).

Ist dein Hund fertig ausgebildet, dann kannst du dir erlauben, in ganzen Sätzen zu sprechen, weil dein Hund gelernt hat, deine Verbalisierung in Kombination mit Körpersprache zu erkennen und lesen😊.

5. Hundeschule? Nee, mein Hund ist clever! KANN MAN MACHEN, ABER...🤔

Natürlich ist dein Hund clever – aber auch Einstein hatte einen Lehrer.
Die Idee, dass Liebe allein reicht, um aus einem Hund einen angenehmen Mitbewohner zu machen, ist romantisch. Und falsch.

Was dahinter steckt:
Viele glauben, Training sei nur was für „Problemhunde“. Doch Erziehung ist keine Notfallmaßnahme, sondern Prävention.

Besser so:
Geh in eine (gute) Hundeschule – nicht, weil dein Hund „schwierig“ ist, sondern weil du lernen willst, ihn besser zu verstehen. Und weil Training deinem Hund und auch dir soziale Kontakte verschafft.

Tipp: Die Analyse deines Hundes von einem „Profi“ kann Gold wert sein💫. Wir sind alle „betriebsblind“, was unsere Hunde betrifft 😀. Ein neutraler, kompetenter Blick von außen kann dir nicht nur die Augen öffnen, sondern auch den richtigen Umgang mit deinem Hund ermöglichen und damit ein harmonisches Miteinander.

❗Fazit: Dein Hund braucht keinen perfekten Menschen. Er braucht seinen liebevollen UND klugen Menschen.

Der Einzug eines Hundes ist kein Happy End – es ist der Anfang einer echten Beziehung. Mit Missverständnissen, Kompromissen und einer Menge Fell auf schwarzen Klamotten. Mach Fehler – aber mach sie bewusst. Und denk daran: Der größte Fehler ist, zu glauben, du müsstest perfekt sein. Für deinen Hund reicht es völlig, dass du echt bist❤️.